Theatergruppe no.name Arbeitsweise

Unsere Arbeit in der Jugendtheatergruppe funktioniert jedes Jahr gleich. Dabei legen wir auf verschiedene Elemente besonders viel Wert, damit am Ende jeder sagen kann "Das ist unser Stück"

Die Themen: Lieber etwas Abstraktes

Ein Stück der Theatergruppe no.name ist nie von Anfang an fertig. Natürlich kann man die bekannten Dramen wie Shakespeares "Romeo und Julia" oder Goethes "Faust" auf die Bühne bringen. Doch unsere Arbeitsweise sieht es nicht vor einfach nur ein Drama zu nehmen, den Text zu lernen und dies auf die Bühne zu bringen. Vielmehr beschäftigen wir uns lieber mit zunächst mit einem großen Themnfeld. In der Vergangenheit waren dies u.a.

- Gut und Böse
- Rache
- Erwachsenwerden
- Globalisierung
u.v.m.
 
Bei der Themenauswahl versucht die Gruppe immer den Mittelweg zu finden: etwas, das die Teilnehmer interessiert, aber auch etwas womit man Jung und Alt im Theater unterhalten kann.
Allerdings möchten wir nicht ausschließen früher oder später doch mit einer Textvorlage zu arbeiten, aber selbst hier läge es uns fern eins zu eins das fertige Stück auf die Bühne zu bringen, denn bei der Stückentstehung soll jeder bei uns ein Mitspracherecht haben.

Stückentstehung: Mitbestimmung der Teilnehmer

Ist das Thema ausgewählt, geht es an die Stückentwicklung. Die Spielleitung gibt dabei nicht einfach nur Texte vor, sondern es sollen vielmehr die Erfahrungen, Gefühle und Erlebnisse der Spieler auf die Bühne gebracht werden. Um an solches Material zu gelangen werden verschiedene Übungen gemacht. Mit Hilfe von Traumreisen, Tagebucheinträgen, Briefen, frei geschriebenen Texten oder Improvisationen versuchen wir die einzelnen Erfahrungen mit der Gruppe zu teilen. Zum Schluss sollen hieraus Texte entstehen, von denen man natürlich nicht mehr wissen soll von wlechem Spieler welche Erfahrung beigesteuert wurde.

Sind die Themen so abstrakt, dass die Spieler nur wenig autobiographischen Input bringen können, lässt die Spielleitung sie über diverse Übungen am Schreibprozess teilhaben. So liefern die Spieler weniger ihre eigenen Erfahrungen, sondern vielmehr die Erfahrungen ihrer Rolle woraus ein Stück entsteht.

Selbst während der Probenphase haben die Spieler immer die Möglichkeit Kritik zu äußern und Verbesserungen einzubringen. In gemeinschaftlichen Diskussionen oder Einzelgesprächen versicht die Spielleitung so viele Ideen wie möglich mitzunehmen und umzusetzen. So kann jeder ein Stück zu einer kompletten Inszenierung beitragen.

Inszenierungsansätze: Nicht nur Sprechtheater

Auch heute verbinden viele Menschen das Theater immer noch mit Sprechtheater: Personen stehen auf der Bühne und tragen ihren Text vor. Die Handlung dazu ist eher langweilig. Doch nicht bei uns!

Während der Erarbeitungs- aber auch der Auftrittsphase versuchen wir stetig an unserem Stück zu feilen. Dabei versuchen wir unterschiedliche Inszenierungsansätze einzubinden. Unsere Produktionen sollen nicht nur Inhalte vermitteln, sondern auch unterhaltsam sein. Hier bedienen wir uns verschiedener Möglichkeiten: Wechsel zwischen Naturalismus und Abstraktion, Improtheater, chorisches Theater, aber manchmal auch dem Sprechtheater. Dies sind allerdings nur einige Elemente aus dem großen Theaterpool. Auch in Zukunft werden wir weiter herumexperimentieren um immer wieder neue Inszenirungsansätze zu finden und dem Publikum immer wieder etwas neues zu zeigen.